Erdoğan: Ein homophober Diktator

Erdoğan: Ein homophober Dikator -Hintergrundartikel und Aufruf des anarcha-queer-feminitischen Hausprojekts „Liebig34“(Berlin)

Das Weltbild Erdoğans speist sich aus islamistischen und nationalchauvinistischen Vorstellungen. Neben der Unterdrückung kultureller und religiöser Minderheiten in der Türkei und der patriarchalen, frauenfeindlichen Politik des Regimes, bedeutet das auch die Ablehnung von sexueller Selbstbestimmung und die Verfolgung von Menschen, die nicht in die dominierenden rechten, heteronormativen Vorstellungen von Sexualität passen. „Homosexualität“, so Erdoğan, „widerspricht dem Islam“. Dass es muslimische LSBTIQ gibt, die keinen Widerspruch zwischen ihrem Glaube und ihrer Sexualität sehen, interessiert den Diktator dabei natürlich herzlich wenig.

LSBTIQ[1] sind in der Türkei Erdoğans zunehmend Hassverbrechen und staatlicher Zensur und Verfolgung bis hin zu Inhaftierung, Folter und Mord ausgesetzt. Während 2014 noch ca. 100.000 Menschen beim CSD in Istanbul für ihre und die Rechte ihrer Freund*innen auf die Straße gehen konnten, wurde die Parade für LSBTIQ-Rechte 2015 verboten und von der Polizei brutal niedergeschlagen. Das gleiche Szenario sollte sich in den folgenden Jahren wiederholen, zahlreiche Aktivist*innen wurden festgenommen, teilweise inhaftiert und gefoltert. Seit November 2017 schließlich sind in der ganzen Türkei „kulturelle Veranstaltungen von LSBTIQ-Nichtregierungsorganisationen“ auf unbestimmte Zeit komplett verboten. Im Klartext heißt das: In der neuen Türkei Erdoğans herrscht ein faktisches Verbot aller LSBITQ-Veranstaltungen.

Hatte es bis vor wenigen Jahren noch eine zunehmend aktive politische LSBTIQ Szene mit zahlreichen Organisationen gegeben, ist heute kaum noch eine Organisation aktiv. Mehr und mehr Aktivst*innen, die sich für ihre Rechte als LSBTIQ einsetzen, müssen ins Exil gehen, um Verfolgung und Verhaftung zu entgehen.

Trotzdem gingen auch dieses Jahr mehrere hundert Menschen zum verbotenen CSD in Istanbul auf die Straße, wurden jedoch wieder von der türkischen Polizei brutal angegriffen.

Zeigen wir Erdoğan und seinen Verbündeten in der deutschen Regierung und Wirtschaft, was wir von seiner homophoben, hasserfüllten Politik halten! Lassen wir unsere Freund*innen und Geschwister in der Türkei und im Exil nicht allein und gehen am 28. und 29.09. beim Staatsbesuch des Diktators in Berlin alle zusammen auf die Straße und sagen: Erdogan ist uns nicht willkommen!

P.S.: Und nachdem wir erfolgreich den Besuch des Diktators verhindert haben, könnt ihr dann noch zur Demo für den Erhalt des anarcha-queer-feministischen Hausprojekt Liebig 34 um 18:00 am Wismarplatz in Friedrichshain kommen!

[1]LSBTIQ steht für „lesbisch, schwul, bi, trans, inter, queer“. Unter dieser Abkürzung sollen sich möglichst alle Menschen wiederfinden können, die nicht der Ideologie von zwei biologisch und sozial fixen Geschlechtern und von Heterosexualität als Norm entsprechen wollen oder/ und können.

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