Erdogan, der Naturzerstörer…

Gegen Erdogan zu protestieren heißt gegen die Zerstörung der Natur zu protestieren– Hintergrundtext der „Ökologiebewegung Mesopotamien“ zur Demonstration am 28/29.09. in Berlin

Es gibt viele Gründe, Widerstand gegen Erdogan zu leisten. Einer davon:

Erdogan, der Naturzerstörer…

Wie keine andere türkische Regierung zuvor treibt die von R.T. Erdogan angeführte AKP-Regierung die Zerstörung und Ausbeutung der Natur und ihrer Elemente voran. Die Türkei mit ihrer extrem neoliberalen Wirtschaftsweise gehört weltweit zu denjenigen Staaten, die am meisten ihre Ökosysteme und Biodiversität durch tausende Groß- und Kleinprojekte unwiederbringlich kaputt machen. Sie steht China, Brasilien und Indien in nichts nach. Das starke Wirtschaftswachstum der letzten 16 Jahren ist nicht ohne die aggressiv vorangetriebene „ökonomische Verwertung“ der Natur zu erklären.

Dieses Wirtschaftswachstum war nur überhaupt mit Investitionen und Know-How aus der BRD und anderen westlichen Staaten möglich. Sie verdienen immer noch sehr gut mit an den Verbrechen gegen die Natur, sprich unserer Lebensgrundlage.

In allen Regionen des türkischen Staates werden in intensivster Form vor allem Talsperren, Bergbauwerke, Kohlekraftwerke, Flughäfen, mehrspurige Straßen, Atomkraftwerke errichtet. Alle Städte werden mit unzähligen Wohnquartieren und Einkaufszentren neoliberal umgebaut. Die Industrialisierung der Landwirtschaft hat zur Zerschlagung von Subsistenzwirtschaft geführt, Boden und Grundwasser werden immer mehr kontaminiert. Die Türkei ist weltweit Spitze bei der Steigerung der Treibhausgase seit den 90er Jahren. Es gibt kaum eine Landschaft mehr, welche nicht zugebaut oder ausgegraben ist und somit ihre Biodiversität verloren hat. Für diese Politik werden bestehende Nationalparks, geschützte Gebiete und Wälder permanent durch neue Gesetze degradiert.

Diese Politik dient der Zentralregierung, den beteiligten türkischen und internationalen Unternehmen und weitere davon Profit schlagende kleine Kreise – die breite Bevölkerung trägt die sozialen Kosten. Mehr als eine Mio. Menschen mussten ihre Heimatorte verlassen und landeten zumeist in der Armut, weitere Millionen sind betroffen.

In Nord(Türkisch)-Kurdistan ist neben der beschriebenen neoliberalen Investitionspolitik der Krieg der AKP-Regierung die Hauptursache für die Zerstörung der Natur und der Lebensräume der Bevölkerung. Die abgeworfenen Bomben und Munition in den Bergen, der hinterlassene Müll der Soldaten, die Zerstörung von ganzen Stadtteilen in mehreren Städten, das jährliche systematische Niederbrennen vieler Wälder durch die türkische NATO Armee etc. führen zu dramatischer Zerstörung als auch Kontrolle von weiten Landschaften durch den Staat. Fürs letztere sind in den letzteren Jahren auch hunderte Militärstationen gebaut worden.

Die Zerstörung und Ausbeutung der Landschaften führt auch zur Zerstörung vom kulturellen Erbe in der historischen Entwicklung bedeutenden Gebieten Ober-Mesopotamien (Nord-Kurdistan) und Anatolien. Hunderte archäologische Stätten wie Zeugma und Allianoi sind bereits geflutet worden, doch die dramatischste steht an: Das seit 12.000 Jahren bewohnte Hasankeyf und das umliegende Tigristal sollen durch die Ilisu Talsperre unter Wasser begraben werden. Dies kommt einer Auslöschung der eigenen Vergangenheit und damit Identität gleich.

Der Wahn von Erdogan, immer mehr und größer zu investieren, um sein großes Klientel bedienen zu können, konzentriert sich gerade im Großraum Istanbul. Diese Megastadt gab bis vor kurzem weltweit eine der größten Profite im Immobilienmarkt ab. Die 3. Brücke über den Bosporus hat die im Norden der beiden Halbinseln liegenden großen Wälder zerschnitten. Dazu führte auch der sich im Bau befindlichen 3. Flughafen; er soll der größte weltweit sein. Geplant ist auch ein künstlicher Kanal, welcher das Schwarze mit dem Marmarameer westlich von Istanbul verbinden soll. Die Stadt soll bis zu 8 Mio. neue Bewohner bekommen. Istanbul steht kurz vor dem ökologischen Kollaps.

Widerstand regt sich seit Jahren im ganzen Staat gegen die Zerstörung der Natur und Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Hunderte lokale sozial-ökologische Bewegungen haben sich gebildet, die jedoch nicht erhört und auch mit Gewalt unterdrückt werden. Letzteres vor allem in Nord-Kurdistan. Jedoch geht ihr Widerstand weiter, der manchmal lokal Erfolg hat. Zu kritisieren sind hier die großen internationalen Umweltorganisationen, welche teilweise und auch oft nur zaghaft in und zur Türkei arbeiten. Was sie alle leider eint, ist ihr Schweigen zu den vom türkischen Militär gelegten Waldbränden in Nord-Kurdistan.

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